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Geschichte unserer Kirche

Die Kirchen-Geschichte der Pfarrei Mariä Himmelfahrt

 

Die Ursprünge des Dorfes Weisenau lassen sich auf die Zeit der Kelten und der Römer zurückverfolgen. Im 2. Jahrhundert n.Chr. entstand eine neuere Wohn- und Gewerbesiedlung der Römer nördlich von der älteren in einem weiten Bereich um die heutige katholische Kirche. Aus dieser Siedlung ging das mittelalterliche Weisenau hervor. Ein erstes Zeugnis für die Einkehr der christlichen Lehre in diesen Lebensraum finden wir in einer vermutlich dem heiligen Victor von Xanten geweihten Kapelle aus dem 8. Jahrhundert. Aus ihr ging Ende des 10. Jahrhunderts unter Erzbischof Willigis von Mainz das hoch angesehene Kollegiatstift St. Victor hervor, das erst der Säkularisation von 1802 zum Opfer fiel.

Spätestens in dieser Zeit (um 1000) wird es auch in Weisenau eine Kirche gegeben haben. Erstmals erwähnt wird sie 1312. Sie stand etwa 50 m unterhalb der heutigen Kirche und war zweifellos in gotischem Stil erbaut. Sie war der Gottesmutter Maria geweiht. In ihr wurde von 1552 bis 1636 protestantisch gepredigt. Der alten, engen Beziehungen zum nahe gelegenen Kollegiatstift St. Victor wegen blieb die Existenz der katholischen Gemeinde auch in dieser Phase gesichert. Im Jahre 1740 kam es zu einem Neubau der Weisenauer Kirche unter dem Patrozinium der Himmelfahrt Mariä. Der Ort des Neubaus ist seitdem der Standort der Kirche der Weisenauer Katholiken.

Im Rahmen der Belagerung von Mainz während der Revolutionskriege brannte die Kirche am 16. April 1793 total aus. Der Gottesdienst fand nun in der Kirche eines kleinen Nonnenklosters nördlich von Weisenau, direkt am Rheinufer gelegen, statt. Erst 1826 war die Kirche auf der Rheinhöhe wieder aufgebaut. Um 1890 wurde das Fassungsvermögen der Kirche durch den Einbau einer großen hölzernen Empore erweitert, ehe es 1912 möglich wurde, den heutigen Turmtrakt mit der Orgelempore anzubauen.

In dieser Form präsentiert sich die Kirche noch heute. Allerdings brannte sie infolge eines Fliegerangriffs am 27. Februar 1945 total aus, wobei überaus wertvolles Inventar verloren ging. Bis 1949 fanden die Gottesdienste unter der Empore statt, die zum Kirchenschiff hin abgemauert worden war. Der Wiederaufbau, der letztlich auch eine große Renovierung im Innern und am Äußeren beinhaltete, konnte erst 1982 abgeschlossen werden. Die Kirche ist ein stattlicher, nach Südosten gerichteter Saalbau mit eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor. Abgesehen vom Turmtrakt gehen die Umfassungsmauern auf die Zeit um 1740 zurück.

Die heutige Kirche ist ein klar gegliederter Putzbau mit Rundbogenfenstern zwischen Pilastern. Der Turmtrakt in neuklassizistischem Stil ist in der Fernsicht außerordentlich wirksam. Der Turm selbst ist viergeschossig; der Turmhahn bewegt sich in etwa 50 m Höhe. Das Innere ist flach gedeckt; es wird geprägt durch kolossale Fensternischen und die Darstellungen in den Fenstern selbst. 1925 schaffte die Gemeinde ein neues, vierstimmiges Geläute an. Die drei größten Glocken wurden 1942 vom Turm geholt, um eingeschmolzen zu werden. Ihres musikalischen Wertes wegen entgingen sie diesem Schicksal und kehrten 1947 zurück.

Eine kleine Wandlungsglocke blieb verschollen. Ihren Platz in der Glockenstube nimmt seit dem 31. Dezember 2000 eine neue Glocke ein, die das Geläute auf fünf aufeinander abgestimmte Glocken ergänzt. Die Glocken wiegen zusammen rund 7 Tonnen und erklingen in den Tönen c', es', f', g' und b'. Max Brückner Zeichung der Kirche im Zustand von 1825 (mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchives) Dachdeckermannschaft 1936 bei der Monage des Hahns. Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Barockportal in der Ostseite des Kirchenschiffs (um 1740). Pia Hende-Brückner